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Kopfstand im Reservat

Der Shooter Prey hat eine lange und ereignisreiche Geschichte hinter sich, die der Entwicklung des zum Vaporware-Award gekrönten Duke Nukem Forever in beinahe nichts nachsteht. Lange schon vor 2001 war bekannt, dass man bei 3D Realms an einem neuen Shooter-Konzept arbeitete, dass das Genre auf den Kopf stellen sollte - im wahrsten Sinne des Wortes. Was dann aber vom Duke-Produzenten und den Human Head Studios im Endeffekt aus der Doom3-Engine herausgeholt worden ist, kann sich sehen lassen.

Unser Held ist uneins mit sich und seinen Geistern...


Story

Tommy, unser Held, ist Indianer mit Cherokee-Abstammung und lebt in einem Reservat als Mechaniker unglücklich vor sich hin. Als er eines Abends seine Freundin Jen, die in einer heruntergekommenen Kneipe arbeitet, besucht, tauchen auf einmal Ausserirdische auf und entführen ihn, seinen Grossvater und die Angebetete in ihr riesiges Raumschiff, das im Erd-Orbit kreist. Was dann folgt, steht Horror-Shootern wie Doom oder Quake in Nichts nach. Natürlich kann Tommy sich befreien und muss hilflos zusehen, wie Menschen von den Ausserirdischen zu Futter verarbeitete werden (Prey - Beute eben), allen voran erstmal den Grossvater. Nachdem er schon seinen Grossvater nicht retten kann, will er wenigstens noch Jen vor dem Schicksal bewahren und macht sich in dem gigantischen Raumschiff, das stellenweise weniger wie Technik als vielmehr wie das Gedärm eines riesigen Organismus wirkt, auf den Weg...

Prey gibt Tipps zur Steuerung...


In klassischer Shooter-Manier wird gemetzelt, was das Zeug hält: ausserirdische Monster haben dank einer hervorragenden Waffenauswahl selten eine Chance gegen unseren wütenden Indianer. Da gibt es neben klassischen Energie- und Projektil-Wummen säuresprühende Waffen, der Raketenwerfer macht auch eher den Eindruck, eine organische Waffe zu sein, und dass die Granaten Beine haben und eher an Krebse erinnern, verwundert nach kurzer Zeit niemanden mehr.

Was Prey aber von anderen Shootern abhebt, ist der Umgang mit der Schwerkraft. Was Unsereins als feste, unumstössliche Konstante bekannt ist, hat bei Prey schon nach wenigen Momenten seine Gültigkeit verloren. Da gibt es Laufbänder, die an Wänden und Decken entlangführen, und die einmal betreten, dem Spieler Einiges an Orientierungssinn abfordern. So manches Hindernis lässt sich mit Hilfe von Gravitationsfeldern umgehen, die, wenn sie aktiviert werden, die Gravitation in einem Bereich einfach mal ein wenig verdrehen, sodass man unüberwindbare Hindernisse einfach umgehen kann.

Nachtanken, bitte...


Und trotzdem kann es unter Umständen dauern, bis man am Ende des Games seine geliebte Jen wiedergefunden hat... Das Finale ist nach ausreichender Spielzeit erreicht und hält noch die eine oder andere überaschende Wendung parat.