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Ein Epos kehrt zurück

Ach, waren das noch Zeiten. Studenlange Netzwerkschlachten, Zahnstocher, damit die Augenlieder nicht zufallen. Kaffee und Cola bis zum Abwinken. Aber feige ist, wer schlapp macht. Immerhin halten ja die kleinen Soldaten auf dem Schirm auch durch, ohne zu murren. Meistens jedenfalls ;) Ja, die Age of Empires Serie hat mich und sicher auch viele andere, jede Menge Stunden gekostet. Das Spielprinzip ist ja altbekannt. Nur dass eben keine Aliens, Space Mariens oder der Gleichen zum Zuge kommen, sondern quasi unsere Vorfahren.

Nun kommt der 3. Teil dieser Serie daher und man kann jetzt schon sagen, dass er den Alten in nichts nachsteht. Man wird in die „neue Welt“ versetzt, mit der Möglichkeit, mehrere europäische Nationen spielen zu können. Die Kampagne, bestehend aus 24 Missionen, ist wirklich sehr gut geworden.

Es gibt 3 Hauptteile, welche nach und nach die Geschichte der Familie Black erzählen. Los geht’s mit dem Ritter Morgan Black. Dieser reist zu den neuen Gestaden, um die Spanier davon abzuhalten, ein mächtiges Naturwunder zu belagern. Danach kommt sein Enkel John an die Reihe. Er und seine Eingeborenen Freunde finden sich unversehens im 7 jährigen Krieg wieder. Zu guter Letzt kommt wiederum seine Engelin auf den Plan.. Amelia steht einer Eisenbahngesellschaft vor und erarbeiten sich ihren Weg durch den Wilden Westen.


Der Facettenreichtum der Missionen ist ganz ordentlich. Es gibt jede Menge Verteidigungsmissionen, bei denen man eine bestimmte Infrastruktur oder Stadt eine gewisse Zeit vor feindlichen Übergriffen schützen muss. In einer anderen Mission muss man dann wiederum Schlüsselpositionen besetzten. Begleitet wird das Ganze durch jede Menge Zwischenmissionen. Hier muss beispielsweise ein Handelsposten belagert werden, oder gefangene Sieder befreien. Oft hat man dabei eine bestimmte Anzahl an Spielern vorgegeben. Also immer gut haushalten.

Abgesehen vom Singleplayer Modus bietet Age III auch einen sehr soliden und durchdachten Multiplayermodus. Dieser kann über zwei Wege aufgebaut werden. Entweder über direkte IP Verbindung mit dem Gegenüber, oder per Game Ranger, was definitiv die elegantere Variante darstellt.

Vor dem Start hat man die Möglichkeit,die Verfügbarkeit von Rohstoffen einzustellen, ebenso wie die Ära, in der man beginnen möchte.

Die künstliche Intelligenz ist wirklich sehr clever. Bei anderen Strategiespielen kommt es schon mal vor, dass der Computergegner ab und an ein paar Himmelfahrtskommandos los schickt, um einen auszutesten oder einfach nur mal „hallo“ zu sagen. Dies kommt hier nicht vor. Die KI bevorzugt hier eher das Arbeiten mit Gruppen und Einheitsformationen. Jedoch macht die KI auch menschliche Fehler. Wem geht es nicht so, dass man im Eifer des Gefechtes, schon mal ein paar Siedler übersieht ;)

Die Bandbreite der zur Verfügung stehenden Technologien ist wirklich beeindruckend. Kurz nach dem Start stehen dem Spieler eher altbekannte Einheiten ala Mittelalter aus Age II zur Auswahl. Jedoch werden diese im Laufe des Spieles sehr schnell durch Musketenschützen ersetzt. Auch wenn es so aussieht, als ob sich einige Einheiten quasi wiederholen, sind die Unterschiede bei genauerem Hinsehen doch gewaltig. Doch egal wie man es dreht und wendet, es besteht eine tolle Auswahl an Nahkampf und Artillerieeinheiten.

Wie auch in den vorhergehenden Teilen sind die Marieneeinheiten eher zur Unterstützung der Landeinheiten gedacht und nicht z.B. wie in C&C Red Alert 2 eine super eigenständig funktionierende Option. Der maritime Bereich kommt vorallem sehr stark zu Beginn des Spieles zur Geltung. Wenn man sich zum Beispiel mit Piraten herumschlagen muss oder Jagd auf Handelsschiffe und deren Gold macht. Später, im Kampf um das Festland, wird man nicht mehr oft an diese „fehlenden“ Einheiten denken.