Mal ein Beispiel: Bei einer der zahlreichen Missionen, die man annehmen kann, muss man einen Passagier von A nach B befördern. Wenn man die Mission angenommen hat, sucht man vergebens nach irgendeinem Menubefehl, der den Passagier auffordert, einzusteigen. Sehr blauäugig denkt man am Ende, dies geschieht automatisch, doch weit gefehlt. Dockt man von der Station ab, ist der Passagier nicht an Bord. Den Hinweis, das man sein Schiff mit einer zusätzlichen Lebenserhaltung und dann noch einem speziellen Frachtmodul ausstatten muss, findet man als Einsteiger im Spiel nicht und muss sich diese Hinweise ergoogeln. Selbstredend kann man diese Technik nicht in der aktuell angedockten Station kaufen und muss im Schlimmsten Fall in einen ganz anderen Sektor fliegen umd sein Schiff, das nötige Kleingeld vorausgesetzt, aufzurüsten. Ebenso selbstredend ist die Missionszeit dann abgelaufen, wenn man nun zurück ist und den Passagier aufnehmen will.
Das Missionsinterface
Das X-Universum ist seit dem zweiten Teil der Saga auch auf dem Mac zuhause, und seitdem hat es sich nicht immer mit Ruhm bekleckert. Waren die Hardware-Anforderungen schon unter Windows wahre Knochen- bzw. Grafikkartenbrecher, so hat man bei der Portierung von X3 wahrlich tief ins Klo (bzw. die Apfelweinkiste) gegriffen: will sagen - das absolute No-Go für eine qualitativ hochwertige Spieleportierung: Cider. Doch hatte man bei Virtual Programming ein Einsehen, und nach einer unsäglichen Cider-Umsetzung folgte dann eine richtige Portierung.
Bei X3: Terrain Conflict soll nun eine eigene Portierungstechnologie zum Zuge gekommen sein, die die Qualitätsmängel der Vorgängerversion nicht mehr hat: zumindest optisch macht X3: TC Einiges her. Ein wahres Feuerwerk an realistischen Lichteffekten macht es zum Vergnügen, einfach mal zwischen Raumstationen verstecken zu Spielen und Sonnenaufgänge hinter den gigantischen Konstrukten zu bewundern. Dank gelungener Steuerung mit Maus und Tastatur in 2 verschiedenen Modi (und endlosen Tastaturbefehlen- und Kombinationen) lassen sich Schiffe sehr gut steuern.
Ein Glückstreffer...
Sehr viel mehr sollte man allerdings auch nicht tun: im Dogfight mit anderen Raumjägern kommt es mitunter zu sekundenlangen Laggs und Fehldarstellungen in der Grafik, was oft zur Folge hat, dass man das gegnerische Schiff, oder noch schlimmer, eine Raumstation rammt. Laut Virtual Programming liegt das an dem zum Test genötigten MacPro, der mit seinen 2x3 GHz QuadCore-Xeons und einer GeForce 8800 GT nun wirklich nicht das untere Ende der Fahnenstange darstellt. Auch ein Herunterfahren der Grafikeinstellungen bringt da keine Besserung, und auch ein kürzlich veröffentlichtes Update von VP hat die zahlreichen Grafikbugs nicht behoben. Ein zum Testen genötigter aktueller 27-Zoll-iMac mit einer ATI Radeon HD 4670 zeigt neben den seltener auftretenden Grafiklaggs Probleme mit der Mausssteuerung. Das Vorgängermodell mit 24 Zoll, 2,66 GHz-CPU und Geforce 9400-Grafikkarte läuft allerdings recht flüssig, wenn auch bei kleinstmöglicher Grafikeinstellung.
Man muss Virtual Programming allerdings Eines zugute halten: das Spiel läuft auf einem PC unter Windows mit vergleichbaren Spezifikationen annähernd gleich performant; und bis man Windows verklickert hat, wie es die Mauskontrollen an das Spiel weiterzugeben hat, ist jegliche Motivation dahin. Und noch während dieser Artikel ensteht, hat VP schon das erste Update hinterhergeschoben, dass einige der gröbsten technischen Mängel beseitigt.
Fazit
X3: Terran Conflict macht es einem Einsteiger sehr schwer, die richtige Langzeitmotivation zu finden. Hat man allerdings die ersten Hürden genommen, eröffnet sich dem Spieler ein wahrlich gigantisches Universum mit schier unbegrenzten Möglichkeiten - den ersten Raumjäger zu einem wahren Panzer mit ordentlich Laserspritzen zu tunen ist da nur die Spitze des Eisberges. Eine brachiale Systemleistung vorausgesetzt, kann man X3: Terran Conflict auch wirklich geniessen.