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Für Männer die Schrauben scheißen

Ich fange erst mal von vorne an. Was ist neu und was ist besser? Als erstes fällt natürlich das neue Instrument auf. Bisher musste man sich nach jeder 180° Drehung die von einem lauten "yeahhhhhh" untermalt und dramatisiert wurde, erst wieder einmal entwirren, weil man vom Kabel eingewickelt wurde. Ungefähr so wie die Verträge der armen Deppen bei DSDS. Doch ab jetzt fällt es aus. Einer bühnenreifen Performance steht nun nichts mehr im Wege. Kabellose Gitarrencontroller sind sogar noch großartiger als das allyoucaneat Mittagsmenü beim Chinamann gegenüber. Mich hat das Kabel vorher gar nicht so gestört. Aber das ich jetzt mit der Gitarre auf Klo gehen kann, erfüllt mich seltsamerweise mit einem wohligen Gefühl von Freiheit. Aber bitte beachten, mit Gitarre auf die Toilette gehen, ist cool, mit der Gitarre in der Tür hängen zu bleiben, extrem peinlich.
 

 
Die nächste gravierende Änderung, gleich nach dem drahtlosen Toilettengang, sind die neu hinzu gekommenen Instrumente. Bisher waren nur Gitaristen die Helden, jetzt legen auch Bassisten, Schlagzeuger und Sänger mit Hand an den Erfolg. Der Bass wird genau mit dem gleichen Instrument gespielt wie die Gitarre. Das Schlagzeug und das Mikro ist nicht mit im Lieferumfang enthalten, kann man allerdings überall nachkaufen oder bei Bedarf einfach mal in der Videothek ausleihen.
 
Jetzt ist es nun einmal leider von Natur aus so, daß man nicht immer 4 begabte Musiker zu Hause in Reichweite hat. Damit man trotzdem nicht alleine spielen muss, wurde Guitar Hero World Tour um einen Online Modus erweitert. Das besondere hierbei ist allerdings, das 4 vs 4. Es können also 2 komplette Bands gegeneinander spielen. Extrem abgefahrener Gedanke muss ich sagen.
 
Das was ich auch schon am letzten Teil so mochte, ist auch dieses mal wieder sehr Stimmungsvoll geworden. Das ganze Spiel hat diesen sehr schön anzusehenden Comiclook. Man hat auch das Gefühl, daß es für alles irgendwie ein Intro gibt. Und was das besondere daran ist, es nervt nie. Die Intros sind einfach so schick gezeichnet, daß man gar nicht das verlangen bekommt weiter zu skippen. Was mich ja zum nächsten Punkt bringt. Die Atmosphäre.


 
Irgendwie begann es wohl mal alles mit Jack Black, der die ganze "Rock"-Welt leicht überspitzt hat. Kämpfte man im letzten Teil noch gegen einen Rock-God, geht es dieses mal nur darum, eine Band zu finden, in der man spielen darf und erfolgreich ist. Mag die vorherige Geschichte vielleicht etwas, na ja, dramatischer sein, ist diese jetzt eher aus der Realität gegriffen, wenn man das überhaupt so sagen kann. Trotzdem oder gerade genau deshalb, ist die ganze Stimmung im Spiel einfach so besonders. Beim spielen hatte ich regelmäßig und eigentlich permanent ein albernes Grinsen im Gesicht. Ungefähr so, wie Heidi Klum bei den Deutschen Topmodels unsere Bundeskanzlerin wenn Sie von holländischen Reportern nach schwarzen Kassen gefragt wird.
 
Am meisten Spaß bringt meiner Meinung nach der Story-Modus. Man fängt als Gitarist bzw. Bassist damit an, bei jedem Gig mit einer anderen Band zu spielen. Mal gibt man ein Konzert in einem Plattenladen, mal auf einem Chinesischem Schiff. Je nachdem, wo auf der Welt gerade der Gig statt findet. Pro Event spielt man mindestens zwei, später auch mehr Songs. Hat man dabei dann nicht total versagt, gibt es sogar noch eine Zugabe. Teilweise sogar wieder mit Prominentem Besuch, wie z.B. Billy Corgan von den Smashing Pumpkins. (Anm.d.Red.: wer diesen Menschen und Seine Musik nicht kennt, sollte jetzt eh besser zur SingStar Version von DJ Bobo greifen). So spielt man sich dann von Gig zu Gig bis... nein, ich will nicht spoilern.


 
Was noch nicht besprochen wurde, ist die Musik. Ich schreibe hier die ganze Zeit über Rock hier und Gitarre im Klo da usw., aber es nützt alles nichts, wenn man nicht die richtigen Songs zur Auswahl hat. Und das ist die eigentliche Stärke vom neuen Guitar Hero. Die Songauswahl ist um einiges besser bzw. gelungener oder auch vielfältiger. Auch bei Songs  denen man es eigentlich nicht zutraut, hat man ein anständiges Rockerlebnis. Mal ganz ehrlich, Living on a Prayer von Bon Jovi würde ich nicht mal anfassen, wenn es das letzte Stück Musik nach der Apokalypse wäre. Aber in diesem Spiel....Hammer. Auch die Beasty Boys oder Michael Jackson, sind vielleicht jetzt nicht die Gitarrensongs die einem sofort einfallen würden, funktionieren allerdings reibungslos und bringen Spaß. Mir persönlich schmecken ja die langsamen Songs nicht immer so richtig. Das müssen sich wohl auch die Entwickler gedacht haben diese Stücke Bockschwer gemacht, damit solche Vollblur-Krautrocker mal gezeigt bekommen, daß auch langsame Stücke anstrengend sind. Recht haben Sie.
 
Was beim spielen noch neu hinzugekommen ist, ist das Sliden. Man hat quasi im Gitarrenhals eine Art Trackpad, auf dem man dann mit dem Finger hin und her slidet und so die Töne hält. Ein echter Gitarrist, nennt das glaube ich Bottleneck (bitte nicht schlagen, falls falsch, ich bin leider in einem kleinen Dorf in Norddeutschland aufgewachsen in dem Rockmusic vom Teufel geschickt wurde um kleine Jungs wie mich zu versauen und aus diesem Grunde durfe ich nie ein Musikinstrument erlernen). Auf jeden Fall ist es hierfür schwer zu empfehlen eimal die sehr gut gemachten Tutorials anzuschauen. Hat man eine alte Gitarre ohne Slider spielt man einfach so die Töne. Auch kein Problem.
 
Technisch hat sich nicht viel geändert. Alles Menüs sind sehr schick. Die Hardwareanforderungen sind etwas gestiegen. Allerdings lief das Spiel auf meinem iMac 2,16 GHz noch absolut reibungslos. Mit mehr Rechenpower schaut es bestimmt noch etwas besser aus, aber hey, nur weil Frauen nach ein paar Bier schicker sind, nehme ich Sie ja auch nicht gleich mit nach Hause.
 
Fazit
Bei einem Spiel wie Guitar Hero World Tour braucht bzw. sollte man eigentlich gar nicht über die ganzen Funktionen reden. Was viel mehr im Vordergrund steht, ist die Stimmung und Atmosphäre. Und von beidem bekommt man in diesem Spiel reichlich.
 
Mich hat es absolut begeistert und ich habe jede Minute damit genossen. Dieses Spiel fällt klar in die Kategorie "Rockstar-Helden-Simulator". Kauft es Euch und habt Spaß. Wer nicht, benutzt bitteschön weiterhin Zahnseide, ißt ausreichend Gemüse und lässt sich die Klamotten von Seiner Mutti aussuchen.

Publisher
Aspyr
Produktseite
http://www.guitarhero.com
Deutscher Vertrieb
Application Systems Heidelberg
Mind. Systemanforderungen

Intel Core2Duo 2,0 GHz, 1 GB Ram, Radeon x1600 oder Geforce 8600

Testsystem

Intel Core2Duo 2,16 GHz, 3 GB Ram, Geforce 7600

Pro

kabelloser Toilettengang
Glamour ohne Haarspray
jede Frau ist beeindruckt von einer Plastikgitarre

Contra

keine Groupies
nach langem Spielgenuss kann einem ein Schnurrbart wachsen (steht auch irgendwo im Kleingedruckten)
sonst nichts