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Bild-Zeitung und Killerspiele

  • Olaf
  • 29.11.2006 09:11 Uhr

Wenn es um "Killerspiele" geht, ist die Zeitung mit den grossen Buchstaben immer stets an vorderster Front dabei. Da werden Fakten gedreht und gewendet, bis sie ins Layout passen - jeder weiss es, keiner kümmert sich darum. Ein paar Fakten des grossgeschriebenen Schwachsinns, ausgegraben vom Bildblog.
Bild.de: "Counterstrike (ab16): Ein klassisches Baller-Spiel. Terroristen kämpfen gegen eine Polizeieinheit. Spezialität: Headshots (Kopfschüsse)! Blut spritzt dabei."
Fakt: bei der deutschen Version von Counterstrike gibt es kein Blut bei Kopfschüssen.
Bild.de: "Nächtelang rannte er per Joystick durch die virtuellen Schulflure, versuchte, in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Lehrer und Schüler zu erschießen"
Fakt: inzwischen ist klar, dass doch eine Map von Sebastian B. erstellt wurde; aber kein CS-Spieler, der etwas auf sich hält, verwendet einen Joystick. Ebenso frei erfunden ist die Sache mit den Skins von Lehrern und Schülern.
Bild.de: "Teamweise wird dort Jagd aufeinander gemacht. Mit Messer, Pistole, Gewehr und Raketenwerfer."
Fakt: Team, Messer, Pistole und Gewehr stimmen noch. Der Aussetzer kommt beim Raketenwerfer.
Im Grunde sind dies nur Kleinigkeiten; schliesst man aber bei dieser schlampigen Recherche der Artikel auf die Qualität des restlichen Inhalts, kann man getrost sagen, dass die Bildzeitung mehr für die Volksverdummung verantwortlich ist wie Computerspiele für Amokläufe.
Das Beste der Bigotterie aber zum Schluss: während das Schundblatt über Counterstrike herzieht, ist im Onlinestore der Zeitung für CS-Spieler alles verfügbar, was das Herz begehrt.

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