"Das Axis-712 ist ein digitales Stereo-Headset der Spitzenklasse, das sich für Voice-Over-IP eignet. Die digitale USB-Technologie sorgt für maximale Klangreinheit. Das Bügelmikrofon filtert Hintergrundgeräusche heraus und kann links oder rechts getragen werden. Es ist außerdem mit einem praktischen Lautstärkeregler (Kopfhörer) und Stummschalter (Mikrofon) ausgestattet..."

So klingt der Hersteller des sauber verarbeiteten PC-Headsets auf seiner Homepage und lobt sein Produkt, dass ich durch Zufall im hiesigen Mediamarkt entdeckt hatte, in den höchsten Tönen. Warum also nicht ausprobieren, das alte hat ja auf der letzten Lan den Geist aufgegeben. Ein neues muss her, und da tun die 65 Euro sicher nicht weh. Aber schnell noch ein blick auf die Packung; schliesslich ist ein G4 Quicksilver ja recht anspruchsvoll, was den Audio-Eingang angeht: vor das alte Headset musste immerhin noch ein iMic geschaltet werden, damit man per USB quasseln kann, da hier einfach am Quicksilver der Eingangsstecker fehlt... und siehe da: das Axis bringt schon selber einen USB-Anschluss mit. Treiber? Nee, wo USB draufsteht ist auch USB drin.
Also nix wie an den Rechner damit und los geht die Testerei. Beim Auspacken wird ein weiteres Teil enthüllt; eine Art Steuerzentrale am Kabel für Lautstärkenregelung und Stummschaltung.
Ein wenig misstrauisch verstöpsele ich den USB-Stecker mit dem Mac, und entgegen aller Befürchtungen wird das Headset vom System erkannt und funktioniert sofort reibungslos. Lautstärkeregler, Stummschaltung, alles ist sofort funktionsfähig und lässt sich sofort steuern. Bei der Lautstärekeregelung zum beispiel taucht unter OS9 ein kleiner Balken am unteren Bildschirmrand auf, der die derzeitige Einstellung zeigt. Auch bei der Mute-Funktion bekommt man eine entsprechende optische Bestätigung. Bei OSX verhält sich das Headset ein wenig anders, hier können die Funktionstaste derzeit leider noch nicht genutzt werden.
Da das Headset ohne spezielle Treiber auskommt, ist ein Konflikt mit diverser Software zum Beispiel bei Spielen nicht zu befürchten, und die Einstellungen können bequem übers Ton-Kontrollfeld vorgenommen werden (Ausgetestet wurde das Headset vor allem unter OS9; weil hier noch die meisten gängigen Programme wie Roger Wilco vorliegen).
Die Sprachqualität hängt meistens von den verwendeten Programmen ab. Will man zum Beispiel einen Text vorlesen und aufnehmen, zeigt sich die gute Qualität des Mikrofons. Der text wird zum Beispiel bei der Sprachaufnahme unter Quicktime verzerrungsfrei und verständlich wiedergegeben; unter Roger Wilco kommt man eher in den Genuss eines mit Rauschen und Knacken versetzten WalkieTalkie-Geraschels. Andere Applikationen wie zum Beispiel Haxial NetPhone holen wieder mehr aus dem Mikrofon und bringen eine Telefon-ähnlliche Sprachqualität. Lässt man sich den aufgenommenen Ton dann noch über ein Lautsprecherpaar ausgeben, steigt die Verständlichkeit weiter an.
Die Kopfhörer sind im Klang bestens geeignet selbst zum Musikhören. Zwar sollte man keine allzu hohen Ansprüche an die HiFi-Qualität stellen, dennoch kommen Mp3´s auc iTunes verzerrungsfrei und mit sattem Bass daher. Zudem kann man die Ohrhörer leicht in jede erdenkliche Stellung biegen und drehen, sodass selbst mit der exotischsten Kopfform das Headset bequem sitzt.
In der Praxis beim Spielen vergisst man schnell das Ding auf dem Kopf, so bequem sitzt es. Der Mikrofonkopf ist ein wenig kurz geraten; einziger Wehrmutstropfen bei einem sonst tollen Produkt. Hier fängt man unweigerlich irgendwann unbewusst an, aus dem Mindwinkel zu sprechen, da sich das Mikro nicht bis zum Mund bringen lässt, was aber der Verständlichkeit keinen Abbruch tut.
Desweiteren kann man das Headset beim Spielen nur begrenzt einsetzen - leider fehlt es im Mac-Bereich weiterhin an guten Programmen, die dem MacGamer eine Voice-Absprache im Spiel ermöglichen. Roger Wilco ist nach wie vor eine nicht weiter gepflegte, anderthalb Jahre alte Beta, GameVoice oder BattleCom werden wohl nie portiert werden; lediglich bei TeamSpeak halten sich die Gerüchte einer bald kommenden MacOSX-Variante. Erst hier wird man das volle Potential des Headsets ausschöpfen können.