Ich bin recht schnell nach dem Erwerb meines G4/350 von der viel zu kleinen Apple-Tastatur, die zu allem übel damals auch noch schwarze Tasten eingeführt hatte, auf ein Modell von Microsoft umgestiegen, das damals zu meiner Überraschung auch noch völlig Mac-kompatibel war - USB machts möglich. Nach ein paar Versuchen mit einem ergonomischen Keyboard bin ich dann beim Internet Keyboard Pro gelandet, dass mit seinen vielen netten Zusatztasten (nettes Spielzeug) entgegen dem Hohn vieler überzeugter Macuser auch heute noch treu seinen Dienst verrichtet. Auch ein paar Modelle von Logitech sind mit in der Liste, auch in diesem Test sind welche vertreten. Welche Tastaturen Typographen gleichermassen wie Zocker ansprechen, gibts hier zu lesen.
Logitech
Logitech ist mit zwei Tastaturen in unserem Test vertreten; einmal mit einem älteren Modell, dem Internet Navigator Keyboard, das mit solider Verarbeitung und einem ausreichend langem Kabel daherkommt. Das andere Modell ist das aktuelle, kabellose Cordless Desktop Optical Deluxe, ebenfalls auf den ersten Blick gut verarbeitet und mit ausreichen Sondertasten bestückt.
Logitech ist vor allem bekannt durch Eingabegeräte wie Mäuse oder Joysticks, die durch gute Verarbeitung und ein perfektes Design glänzen. Wie das ganze bei Tastaturen aussieht? Nicht ganz so perfekt...
Internet Navigator Keyboard

Ebenso wie das Gegenstück von Microsoft, das Internet Keyboard Pro, kann das ältere Modell von Logitech schon in dieser Version mit etlichen praktischen Zusatztasten aufwarten.
Sogar ein zusätzliches Scrollrad ist schon vorhanden. Das Rad jedoch ist recht klein ausgefallen und scheint ein wenig lieblos in der Halterung befestigt zu sein. Das Ansprechverhalten des Rades ist jedoch tadellos. Die normalen Tasten sind bestenfalls als Standard zu bezeichnen: lange mechanische Wege bis zum Kontakt und ein ziemlich ungemütliches Klacken während dem Tippen sollte man schon in Kauf nehmen, will man mit diesem Keyboard arbeiten.
Positiv zu bewerten ist jedoch das ergonomische Gesamtkonzept des Keyboardes; hier kann das Internet Navigator Keyboard auftrumpfen. es liegt sicher auf dem Tisch und rutscht nicht; scheint für jede Handgrösse aller Tester hier im Büro optimal zu sein. Das Kabel zum USB-Port ist ebenfalls ausreichend stabil und lang genug, wenn der Rechner unterm Tisch stehen sollte. Wie auch beim Konkurrenzprodukt gibt es hier einen zweiten USB-Port, der auch USB-Geräte versorgen kann, die keine eigene Stromquelle haben. Wo dann aber das Tastenbrett von Microsoft versagt; beim einfachen importieren von Bildern einer USB-Kamera über den Port, verläuft der Prozess hier Reibungslos.
CordlessDesktopDeluxeOptical
Hier kann Logitech mit seinem kabellosem Topmodell auftrumfen: schon vom Design her macht das flache Tastenpad viel her.

Auch hier sind aber alle Tasten aund das gesamte Gehäuse in schwarz gehalten, was den Gamer in mir wiederum nicht anspricht. Die Bedienung der Tasten jedoch macht das wieder wett - mit sehr kurzen mechanischen Wegen und einem angenehm Leisen Geräusch lässt sich entspannt arbeiten.
Die Zusatztasten sind ein wenig spärlich ausgefallen und scheinen neben den reibungslos und spontan funktionierenden Standardtasten eine leichte Verzögerung zu haben, was man aber eventuell den grottigigen Triebern zuschreiben kann...
Auch hier gibt es eine Handballenablage aus schwarzem , leicht angerauhtem Plastik, die allerdings nach kurzer Zeit transpirationsbedingt ziemlich unbequem wird, da hier eine kleine Polsterung wie beim Konkurrenzprodukt fehlt.
Fazit
Logitech geht mit beiden Tastaturen wenig Kompromisse ein, weder bei der Verarbeitung noch beim Design. Besonderes Letzteres ist anscheinend bei Logitech mehr Kür als Pflicht, hier kann die Marke auftrumpfen. Abgesehen von kleinen Mängeln, die eventuell eher sogar Geschmacksfragen sind, sind beide Produkte als Gut zu bezeichnen... wenn da nicht die Treiber wären.
Wo Logitech durch seine Hardware berühmt ist, so sind sie durch die Qualität ihrer Treiber berüchtigt. Bei unserem test der Logitech MX 700 funkmaus konnten wir nicht zum ersten Mal Bekanntschaft mit den treibern machen - Tasten- oder Radbelegungen, die beim nächsten Neustart vergessen sind, Inkompatibilitäten mit manchen Games, die Liste lässt sich lange fortsetzen. Und auf die treiber der Tastaturen fortsetzen: das Logitech Control center, so der Name des universellen Tastatur- und Maustreibers, hat zuerst anscheinend Probleme mit der Erkennung der Systemsprache - nach der Installation war das komplette System auf Englisch umgestellt. Die Liste der Fehler in dieser Software geht sogar bis hin zu Kernel-Panics und Logitech ist nicht durch seine schnellen Fehlerbehebungen und Updates berühmt... Bei der Verwendung einer Maus kann man die Installation der treiber durch die Benutzung von USB Overdrive umgehen, ohne die Software lassen sich die Sondertasten der Tastatur jedoch nicht belegen... Nachsitzen, Logitech!